Jan 192016
 

Haus Rissen

50 Bonbons und 10 Biografien. Die Frage ist: Wie viele Bonbons verdiene ich? Dies mag leichter aussehen, als es eigentlich ist. Auch wir haben uns zu jenem Zeitpunkt den Kopf darüber zerbrochen. Ihr fragt euch jetzt sicherlich: Was hat so etwas mit Unterricht zu tun? Ich kann euch sagen, mehr als ihr denkt.

Am 11.01.2016 machte sich das PGW-Profil S1 auf den Weg zum Haus Rissen, einer Bildungsstelle für Politik und Wirtschaft, um dort ihr zweitägiges Seminar zum Abiturthema zu beginnen. Alle waren von dem gewählten Austragungsort sichtlich begeistert.

20160114_120755

Das Seminar begann um neun Uhr morgens mit einer kleinen Einführung von Frau Jacob, der Bereichsleiterin für Globales Lernen. Mittels einer Theorie von Simmel sollten wir uns anhand unserer biografischen Kreise vorstellen.

Nach einem recht entspannten Einstieg und einer kurzen Kaffeepause trafen wir auf den wissenschaftlichen Leiter des Haus Rissen, Dr. Bolsinger, welcher am Ende viel Lob erntete. Er hat uns in Form von Impulsvorträgen den Kommunitarismus und den Liberalismus dargestellt, versetzte sich dabei überzeugend in seine „Rollen“ und hat uns alles sehr übersichtlich erklärt. Ein erster Einblick in die Lehrmethoden an der Universität.

Nun stand das Mittagessen an und alle konnten beim Nudelbuffet etwas entspannen.

Der letzte Programmpunkt an dem Tag war das Thema „Die Familie, der Staat und die Gesellschaft“. Frau Stenzel, die Referentin für Jugendbildung ließ uns in Form von Kärtchen die verschiedenen Familienformen arrangieren und gegenseitige Aufgaben und Pflichten entwickeln, um das Ganze mit einem Vortrag über wichtige Fakten abzuschließen.

Nun war Tag eins zu Ende und einige wollten bis Donnerstag gar nicht erst wieder zur Schule gehen, sondern lieber am Seminar weitermachen.

Am 14.01.2016 traf sich das PGW-Profil erneut im Haus Rissen, um das Seminar zu beenden.

Es begann mit einem weiteren Impulsvortrag von Dr. Bolsinger, dieses Mal jedoch zum Thema Wohlfahrtsstaat. Er erklärte uns nicht nur das Konzept und die Geschichte des Wohlfahrtsstaats, sondern erläuterte auch die Hintergründe und die Probleme jenen Konzeptes.

Nach einer kurzen Kaffeepause trafen wir erneut auf Frau Jacob, welche uns in Form eines Rollenspiels dem Gerechtigkeitsbegriff auf die Spur kommen ließ. Hier tauchen auch unsere Bonbons auf. Jede Gruppe bekam 10 Biografiekarten und nun musste man sich in seine Rolle versetzen und diskutieren, wie viele der 50 Werthers Originale einem denn zustanden. Wir haben dies kurz reflektiert, Kriterien wie berufliche Qualifikation, Anzahl der Kinder usw. erwogen und eine Verteilung vorgenommen. Dann sollten wir erneut in Gruppen nochmal überlegen, wer denn wie viele Bonbons verdient hat. Wir waren bei der zweiten Aufgabe aber – ganz nach John Rawls Vorstellungen – in einer neutralen Position.

Nachdem wir dies auch geklärt hatten, musste jeder erneut eine Rolle ziehen. Jetzt bekamen wir auch die Bonbons zugewiesen, denn dafür hatten wir sie aufgeteilt. Durch das zweimalige Aufteilen der Bonbons sollten wir den Unterschied erkennen, denn wenn man in seiner Rolle war, hatte man andere Vorstellungen von gerechter Aufteilung.

Nach dem Mittagessen ging es auf eine kleine Exkursion um den Tag zu beenden. Dem Thema Wohlfahrtsstaat entsprechend, fuhren wir nach Wedel, um die Wedeler Tafel zu besuchen. Dort angekommen, wurden uns die Räumlichkeiten gezeigt und wir haben anhand von Fragen herausgefunden, was die Wedeler Tafel denn genau macht, wie sie sich finanziert und weiteres.

Alles in allem hat das PGW-Profil an diesen zwei Tagen einiges dazugelernt und viele neue Seiten von Gesellschaftskonzepten kennengelernt und ist sicherlich gut auf das Abitur vorbereitet.

Text: Kimberly Wagner