Apr 102017
 

Mittwoch, den 5. April und Donnerstag, den 6. April 2017: Mit dieser Frage hatte sich das Publikum, gleichermaßen Schöffen in einem Gerichtsprozess und Zuschauer in einem Theaterstück, an zwei Abenden zu beschäftigen. Zweimal lautete die mehrheitliche Antwort „Ja!“ und erlaubte damit den Freispruch des Angeklagten Major Lars Koch in einem fiktiven Gerichtsprozess, den das Medienprofil unter der Leitung ihrer Theaterlehrerin Tanja Senftleben am Mittwoch- und Donnerstagabend auf die Bühne brachte. In diesem Gerichtsprozess geht es um die eigenmächtige Entscheidung von Lars Koch, ein von Terroristen entführtes Flugzeug mit 164 Menschen abzuschießen, um zu verhindern, dass es in ein vollbesetzten Fußballstadion mit 70000 Menschen fliegt. Der Angeklagte hatte sich mit seiner Entscheidung ausdrücklich und bewusst über den Beschluss des Bundesverfassungsgerichts hinweggesetzt. Dieses verbietet mit Verweis auf die Würde des einzelnen Menschen, unabhängig von seiner Lebensdauer, einen solchen Abschuss. Auf der Grundlage der Äußerungen des Angeklagten, der Zeugenaussagen und der Plädoyers hatten am Ende die Zuschauer über den Fall zu befinden.

Am Beginn stand ein halbes Jahr zuvor die Frage des Medienprofils, wie es gelingen könnte, diesen schwierigen Fall für die Theaterbühne zu inszenieren, sodass sich der Zuschauer, alle Argumente abwägend, ein eigenes Urteil bildet und sich zudem noch gut unterhalten fühlt.
Herausgekommen ist ein ernstes Stück mit hochkonzentrierten und gut aufeinander eingespielten Schauspieler/innen, die auch mal chorisch agierten, und mit vielen medialen Elementen (Video, Live-Kamera, PowerPointPräsentationen und Audio-Einspielungen), die die Schüler/innen im zurückliegenden Schuljahr ideenreich erstellt hatten.