Jan 082004
 

Theseus Kampf mit dem Minotaurus„Oh, Ariadne!“ – „Oh, Theseus!“ – Ein Raunen und Schmunzeln, schließlich begeisterter Szenenapplaus ging durch die Pausenhalle, als sich die beiden antiken Liebenden schmachtend in die Arme fielen. Den Rahmen für diese herzerweichende Liebesszene bildete das alljährliche Singspiel des Unterstufenchores des Goethe-Gymnasiums, das am 15. und 16. Juni unter der Leitung von Sylvia Achs vor begeistertem Publikum aufgeführt wurde.

 

Thema des Spiels war die antike Sage von Theseus, dem Sohn des Königs Ägeus von Athen, der die Stadt von einem üblen Fluch befreit. Der Sage nach hatte König Minos von Kreta den Athenern nach einem schweren Krieg den Tribut auferlegt, alle neun Jahre sieben Jünglinge und sieben Jungfrauen nach Kreta zu schicken, wo diese dem furchtbaren Minotaurus zum Fraß vorgeworfen wurden. Dieses Ungetüm, halb Mensch, halb Stier, lebte in dem berühmten von Dädalus erbauten Labyrinth. Als die Abgesandten von Minos wieder einmal den Tribut einfordern, erklärt sich Theseus bereit, freiwillig zu gehen. Er besiegt den Minotaurus und findet den Rückweg dank der Königstochter Ariadne, die sich sogleich in den ansehnlichen Jüngling verliebt hat und ihn an einem silbernen Faden aus dem tödlichen Labyrinth führt. Über 40 SchülerInnen und Schüler der fünften und sechsten Klassen bereiteten sich ein Jahr lang auf diese Aufführung vor.

Führten durch den Abend: Nicole und HaukeEinmal in der Woche trifft sich der Chor nach der sechsten Stunde zur Probe, doch für ein ganzes Singspiel muss natürlich mehr geübt werden. Gelegenheit dazu bot die alljährliche Unterstufen- chorreise nach Mölln. Dort wurde intensiv geprobt, aber auch Sport (Fußball, Tischtennis, Wandern) getrieben und nebenbei konnten sich so die Mitglieder des Chores, die ja aus insgesamt fünf verschiedenen Klassen stammen, etwas näher kennen lernen.

Nachdem die letzten Klassenarbeiten geschrieben waren, ging es dann in der letzten Woche vor der Aufführung bei den Endproben noch einmal ans Eingemachte. Spielszenen wurden immer wieder geübt, Kostüme geschneidert, Orchester, Flöten und Chor in Übereinstimmung gebracht. Dann war es endlich so weit und die Aufregung vor der Premiere riesig. Vor allem für die Fünftklässler, für die es schließlich das erste Mal war. Doch geprobt ist eben geprobt, und so zeigten die vereinten Kräfte des vielstimmigen Chores schließlich eine charmante Aufführung, die vom Publikum mit großem Beifall aufgenommen wurde.

Bleibt nur zu hoffen, dass das Goethe-Gymnasium bald eine neue Aula mit besserer Akustik bekommt, in der die kräftigen Stimmen zu der ihr angemessenen Geltung kommen.

Blumen für Sylvia Achs: Beim Schlussbild mit allen Darstellern.