Jan 152007
 

Viele geladene Gäste hatten es sich am 22.6.2007 nicht nehmen lassen, dem Festakt zur Einweihung der neuen Mehrzweckhalle auf dem Gelände des Goethe-Gymnasiums beizuwohnen.

Neben der Senatorin für Bildung und Sport, Frau Dinges-Dierig, waren auch der Bezirksamtsleiter des Bezirksamtes Altona, Herr Fock, sowie der SPD-Bundestagsabgeordnete des Wahlbezirks Altona, Herr Scholz, gekommen. Sehr viele SchulleiterInnen der verschiedenen Schulformen aus den umliegenden Schulen waren ebenso anwesend wie Schulräte aus der Schulbehörde sowie viele Mitglieder des Luruper Forums, die Elternräte und Elternvertretungen, die Klassensprecher sowie die meisten KollegInnen aus dem Goethe-Gymnasium sowie der Schule Langbargheide – insgesamt über 300 Personen bestaunten den imposanten Neubau.

Nach einer fulminanten Eröffnung durch das Orchester des Goethe-Gymnasiums mit Edgar Elgars ‚Pomp & Circumstance’ führten dann die ModeratorInnen Marlon Körner vom Goethe-Gymnasium und Vanessa Skagen von der Schule Langbargheide durch den Abend. Frau Senatorin Dinges-Dierig sowie der Bezirksamtsleiter waren des Lobes voll über den baulichen Fortschritt für Lurup und die beiden Schulen, umrahmt von musikalischen und tänzerischen Darbietungen von Formationen aus der Langbargheide sowie dem Unterstufenchor des Goethe-Gymnasiums. Ebenfalls viel Dank und Freude war dann in der gemeinsamen Ansprache der beiden Schulleiter, Frau Berg und Herrn Tegge, zu vernehmen, allerdings ließen es sich die beiden unter großem Applaus des zahlreichen Publikums nicht nehmen, die Politiker darauf hinzuweisen, dass trotz des wunderschönen Neubaus die räumliche Ausstattung beider Schulen immer noch nicht den Erfordernissen von Ganztagsschulen entspräche, denn die Gebäude seien in den 60er Jahren nicht als Ganztagsschulen gebaut worden, insofern bliebe noch eine Menge zu tun.

Auszug aus der gemeinsamen Ansprache der beiden Schulleitungen zur Einweihung:

Frau Berg: Aber es ist auch erst ein Anfang, denn Ganztagsschulen entstehen nicht allein durch eine erstklassige Kantine oder durch ein neues Messingschild am Eingang. Insofern kann man sich angesichts dieses Gebäudes nicht zur Ruhe setzen und bildungspolitisch hinter Lurup einen Haken machen. Wir haben hier nun einmal Schulgebäude, die nicht für Ganztagsschulen gebaut wurden, sondern diese stammen aus einer Zeit, als der Ganztagsschulgedanke ja noch in massivem Widerspruch zum damals herrschenden Frauenbild stand, wo Mutti mittags mit dem dampfenden Eintopf auf die hungrigen Kleinen zu warten hatte.

Herr Tegge: Und folglich hat man damals nichts anderes als Klassenzimmer mit anhängenden Fluchtwegen gebaut – was anderes konnte man sich 1969 nicht vorstellen, wie Schulen aussehen müssten. Will man also heute mangels freier Räume auf diese Fluchtwege Sitzmöbel oder Spielgeräte, Computerinseln oder Ruhezonen stellen, wie in Holland oder Schweden zu besichtigen, bekommt man das ‚Njet’ der Feuerpolizei zu hören – es sind eben Fluchtwege und die müssen in Deutschland auch solche bleiben. Und wenn man dann von den zuständigen Schulräten und Raumprogrammverantwortlichen der Behörde vorgerechnet bekommt, dass die vorhandenen Räume hier gerade für den nackten Unterricht ausreichend sind und für alle weiteren räumlichen Erfordernisse einer Ganztagsschule, wie sie in den bekannten PISA-Ländern zu besichtigen sind, kein Geld vorhanden ist, dann wissen wir, dass wir hier und anderswo in Hamburg noch ziemlich lange improvisieren sollen, um zu kaschieren, dass politisch nicht der Wille besteht, vergleichbare Anteile des Bruttosozialprodukts wie in den PISA-Winner-Ländern in die nachwachsende Generation zu investieren.

Abgerundet wurde die Veranstaltung durch die großartigen Beiträge des großen Chors und des Kammerchors vom Goethe-Gymnasium, gerade das vielstimmige ‚I’m a train’ zeigte auf, welche musikalische Perfektion mittlerweile von dieser Formation auf die Bühne gebracht werden kann.

Viele Gespräche bei Sekt und Häppchen ließen diese schöne Einweihungsfeier ausklingen, während dessen die Bigband des Goethe-Gymnasiums mit ihrer Sängerin Anna Beilner hierzu für die nötige Stimmung sorgte. Auch der Wettergott hatte ein Einsehen – das heraufziehende Gewitter öffnete erst viel später am Abend seine Regenschleusen.