Jan 082008
 

Als Christian Quadflieg am 27. Februar die Aula des Goethe- Gymnasium betrat, fühlte es sich an, als ob J. W. von Goethe wieder unter den Lebenden weile. 80 Oberstufenschüler, ein Dutzend Lehrkräfte und einige wenige, dafür aber sehr interessierte Goethe- bzw. Quadflieg-Verehrer aus dem Stadtteil waren ein gut informiertes und wie sich in der Diskussion im Anschluss zeigte, sehr interessiertes Publikum.

„Goethe und die Frauen“ – so lautete das verheißungsvolle Programm des berühmten Rezitators. Gefesselt von den Gedichten und Briefen Goethes, erfuhr der geneigte Zuhörer eine andere Fassette des „Originalgenies“. Goethe war mehr als nur Dichter und Denker, er war ein Mann-, ein Mann, der wusste wie man Frauenherzen erobert. Die Frauen waren für J. W. von Goethe Musen, jede für eine gewisse Zeit seines Lebens.

Jeder Geliebten widmete er ein „Strauß von Gedichten“. Alleine Charlotte von Stein schrieb er über 2000 Liebesbriefe und Lili war Muse von Gedichten, welche sogar ihren Namen tragen. Eine Vielzahl frivoler Bettgeschichten, entsprang aus der Begegnung mit Faustine, während seiner Italienreise. Manche dieser Anekdoten sind so pikant, dass sie bis heute der Öffentlichkeit verwehrt sind. Die biografische „Reise“ endete mit Christiane, eine Frau, die mit ihrem Wesen Goethes Schaffen beflügelte. Im Anschluss an die Vorlesung, hatten die Zuhörer die Möglichkeit mehr über das Leben von Christian Quadflieg zu erfahren.

Quadflieg, der neben Goethe auch andere Dichter wie Heine und Schiller rezitiert und ebenfalls Schauspieler ist, fühlt sich dazu berufen, den Menschen zu zeigen, dass Sprache mehr als nur bloßer Informationsaustausch ist. Wie die Kleidung, die wir täglich anziehen, so ist auch die Sprache ein Signal unserer Individualität. Darum bedeutet Lyrik das Bemühen um die Sprache und damit das Bemühen um den Mitmenschen. Respekt vor einander zu haben bedeutet sich der Wirkung seiner Worte bewusst zu werden.

Nicht wahr Digga?