Jan 162008
 

Der Musik LK präsentierte in der Uraufführung seine Komposition ‚don giovanni remixed‘. Die Idee scheint zu fruchten – nicht nur die bekannte Schulgemeinde des Goethe-Gymnasiums fand sich am vergangenen Donnerstag zum jährlichen Konzert ein, sondern auch viele Luruper Bürger nutzten die Möglichkeit, Kultur hautnah und live vor Ort zu erleben und nicht die weiten Wege zu den Musentempeln der Innenstadt machen zu müssen, so dass die neue Aula bis auf den letzten Platz gefüllt war. Das Schulorchester des Goethe-Gymnasiums präsentierte dortselbst unter Leitung von Astrid Demattia ein eindrucksvolles Spektrum klassischer Konzertstücke.

Eröffnet wurde der Abend mit Johann Sebastian Bach: Sein Doppelkonzert in d-moll für zwei Violinen bot Kore Fang und Kristin Lange Gelegenheit, als Solistinnen zu glänzen. Im größtmöglichen stilistischen Kontrast dazu folgte eine bemerkenswerte Uraufführung von und mit dem Leistungskurs Musik: „don giovanni remixed“, entstanden als Teil des Kompositionsprojektes „Eine Reise in die Musik des 21. Jahrhunderts“, von der an anderer Stelle ausführlicher die Rede ist. Wenn auch anfangs manch Zuhörer unter den ungewohnten Klangeindrücken zusammenzuckte – Beifall und nachfolgendes Publikumsgespräch offenbarten Begeisterung und reges Interesse.

Nach der Pause führte das in Hochform musizierende Orchester wieder in harmonischere Gefilde mit Bizets „Carillon“ aus der L’Arlésienne Suite Nr. 1. Und wer beim Wort „Blockflöten“ schon gewohnheitsmäßig Zahnschmerzen bekommt, war überrascht, wie charmant und sonnig südamerikanische Folklore darauf klingen kann; Bongos und ein swingender Bass taten ein Übriges. Ausgewählt und einstudiert hatte das die ehemalige Schülerin Kathi Wiechert, die sich mit dieser Darbietung leider vorerst von der Schule verabschiedet.

Dagegen gehören Yasmin Müller und Dagmar Narbèl weiterhin zur verlässlichen Riege „externer“ Solisten, die an der Schule Instrumentalunterricht geben. Sie und ihre Schüler Melissa Bichowski (Klarinette) und Philipp Bonfigt (Geige) ließen sich nun vom Orchester bei zwei Klezmer-Stücken begleiten, und ein kleines Ensemble unter Leitung von Yasmin Müller spielte „Pavane op. 50“ des Saint-Saens-Schülers Gabriel Fauré. Als opulenter Abschluss des Abends noch einmal Bizet: „Farandole“, aus der L’Arlesienne Suite Nr. 2 riss die Zuhörer zu solchen Applausstürmen hin, dass das Ende als Zugabe noch einmal erklang. Ein runder, musikalisch exzellenter, vielfältiger und kurzweiliger Abend.

Einmalig. Schade.