Jan 312008
 

Lurup mausert sicht, und dass nicht nur, weil in der Color-Line Arena Top-Künstler für viel Geld zu bewundern sind, sondern jetzt auch dadurch, dass in der neuen Mehrzweckhalle am Goethe-Gymnasium interessante kulturelle Angebote für die Bürger des Stadtteils unter dem Reihentitel ‚Zu Gast bei Goethe’ angeboten werden und dass zumeist bei freiem Eintritt.

So auch am letzten Mittwoch, an dem gleich drei komplette Orchester an einem Abend zu einem klassischen Konzert mit vielen modernen Anklängen aufspielten. Eröffnet wurde der Reigen durch ein Zusammenspiel des Orquesta del Conservatorio der Universität in Valparaiso aus Chile mit dem Orchester des Goethe-Gymnasiums aus Lurup, die mit einer packenden Version des klassischen Weltmusik-Hits ‚Libertango’ von Astor Piazollo für eine fesselnde Stimmung im gut gefüllten Saal sorgten. Den Musikern aus zwei Kontinenten gelang die Mischung aus den leisen Klängen der südamerikanischen Tangomusik mit den dazugehörigen wuchtigen Abschnitten buchstäblich sehr beeindruckend – denn es waren annähernd 60 junge Musiker im Einsatz, die für eine satte klangliche Fülle sorgten.. Danach zeigte das südamerikanische Ensemble unter der Leitung ihrer Dirigentin Heike Scharrer allein eine Probe des hohen Niveaus, indem eine ganze Reihe von zeitgenössischer, südamerikanischer Orchestermusikstücke vorgetragen wurde, mit sehr überzeugenden solistischen Leistungen des Flötisten Rodrigo Lopez und der Geigerin.Priscilla Vaenzuela. Auch ein weiteres Stück der Tangolegende Piazolla war darunter.

Nach der Pause gaben dann das Schulmusikorchester der Hochschule für Musik und Theater Hamburg und das chilenische Universitätsorchester zusammen Beethovens 7. Symphonie und setzten damit einen klassischen Kontrapunkt an dem bis dahin eher modern anmutenden Konzertabend. Auch hier waren zwei Orchester zugleich unter der gemeinsamen Leitung des hamburgischen Hochschuldirigenten, Lorenz Nordmeyer, nicht nur mit großer orchestraler Energie zu hören, sondern es gelang ihnen auch, die reichlich erschienene Zuhörerschaft mit den nicht einfachen klassischen Klängen in ihren Bann zu ziehen. Und zum Ausklang wurde es dann noch einmal südamerikanisch, als fast schmissig zu nennende Fiesta-Musik intoniert wurde – nach der Beethoven-Sinfonie begannen die Zuhörer dann prompt wieder mit den Beinen zu wippen und sie erklatschten sich noch zwei weitere Zugaben – natürlich auch hier mit südamerikanischem Flair. Die drei Dirigenten – unter ihnen auch die Leiterin des Goethe-Orchesters, Astrid Demattia, die diese Mischung aus fröhlicher Fiesta-Stimmung, melancholischem Tango und ernsthafter Klassik auf die Bühne gebracht hatten, wurden von den Zuschauern dann auch mit großer Begeisterung verabschiedet – nach einem solchen Konzertabend konnte man in der Tat auch beschwingt nach Hause gehen.