Sep 142009
 

Endlich war es soweit. 27 SchülerInnen der Oberstufe sowie Frau Körner und Herr Schiebeler warteten gespannt im Hamburger Flughafen auf das Flugzeug, welches uns nach Neapel fliegen sollte.

Den Flug heil überstanden und endlich am Flughafen von Neapel angekommen, begrüßten uns auch schon die ersten Sonnenstrahlen und warme 27 Grad. Um keine Zeit zu verschwenden, starteten wir auch gleich mit dem Bus nach Pompeji. Pompeji war eine antike Stadt, die beim Ausbruch des Vesuvs 79 n. Chr. untergegangen ist. Mittlerweile ist eine Menge aus dem Schlacke- und Ascheregen ausgegraben worden und man bekommt einen guten Eindruck, wie sich dort das städtische Leben vor fast zweitausend Jahren  abgespielt hat. Nach zweistündiger Führung mit vielen Eindrücken saßen wir schließlich wieder in unserem Bus mit dem Ziel: Nettuno. Nettuno bei Marina del Cantone ist der Ort, in dem unser Feriendorf lag. Wie für uns gemacht, natürlich direkt am Meer. Allerdings mussten wir jeden Tag, um dorthin zu gelangen, eine anstrengende Busfahrt durch die Berge in Kauf nehmen. Für Einige von uns war diese Fahrt aber durchaus nützlich, denn wer am Abend zuvor zu lange gefeiert hatte, konnte seinen Schlaf bequem im Bus nachholen. Das Camp bestand aus kleinen Häusern, die für je sieben Personen ausgestattet waren, für unsere Verpflegung mussten wir selber sorgen. Am nächsten Tag war unser Reiseziel der Vesuv. Der 1281m hohe Vesuv ist einer der wenigen aktiven Vulkane in Europa. Am Gipfel angekommen, konnte man entweder in den Vulkan hineinschauen – bis auf die eine oder andere Rauchfahne wirkte er recht ruhig – oder in der Andenkenbude nützliche und weniger nützliche Mitbringsel für daheim kaufen.

Mit einer Bootsfahrt zur Insel Capri begann unser dritter Tag. Capri ist eine Felseninsel im Golf von Neapel und bekannt für die Höhlen im Meer. Die bekannteste ist die blaue Grotte. Eine Stadtbesichtigung und 3 Stunden Freizeit bei strahlendem Sonnenschein an der Marina piccola, dem kleinen Hafen, haben wir anschließend genossen. Die Bootsfahrt zurück wurde dann zu einem kleinen Abenteuer, da der Wellengang ziemlich stark wurde und so merkten einige, dass sie seekrank wurden.

Die Phlegräischen Felder standen am vierten Tag auf unserem Programm. Bereits am Eingang empfing uns ein etwas unangenehmer „Duft“. Die Phlegräischen Felder sind ein Gebiet mit hoher vulkanischer Aktivität, dadurch kann der Boden sehr heiß werden. Überall steigen Schwefeldämpfe auf, durch die das Gestein an manchen Stellen gelb verfärbt ist. Bruno, gefühlte 100 Jahre alt, unser deutschsprachiger Führer, hat uns knapp zwei Stunden durch die Felder geführt und viele interessante Dinge gezeigt und erklärt.

Nach der Besichtigung sind wir direkt nach Neapel gefahren und durften das unterirdische Neapel kennen lernen. Dies ist ein 80 km langes Höhlenlabyrinth, das 40 m unter der Erde liegt. Im 2. Weltkrieg suchten Menschen Schutz in diesen Höhlen. Viele starben auf Grund der hohen Luftfeuchtigkeit an einer Lungenentzündung. Heute pflegt ein Verein dieses Gängesystem, welches bis in die Neuzeit hinein als Aquädukt der Wasserversorgung der Stadt diente. Heute ist es teilweise ein Museum, teilweise ein unterirdisches Gewächshaus oder auch ein besonderer Ort für Konzerte. Die Führung war sehr spannend. Wir wurden durch enge, dunkle Tunnel geführt und konnten uns einen Eindruck verschaffen, welch eine Herausforderung es sein musste, hier in dieser so speziellen Welt zu leben.

Tag fünf begann mit der Besichtigung Paestums. Paestum liegt ebenfalls in Kampanien und ist eine anerkannte Ruinenstätte. Bemerkenswert ist, dass hier die drei besterhaltenen griechischen Tempel außerhalb Griechenlands zu bestaunen sind. Soviel Kultur ist anstrengend und ermüdend. Zum Ausgleich gab es einen belebenden Strandaufenthalt am feinkörnigen Sandstrand der herrlichen Amalfi-Küste. Dort werden sogar von fliegenden Händlern „echte“ Louis Vuitton Taschen angeboten – zu einem Spottpreis. Der krönende Abschluss des Tages war eine Pizzaparty, die in ausgelassener Stimmung gefeiert wurde. Am nächsten Tag haben wir uns eine Schnorchelausrüstung geliehen, um das Meeresleben zu erforschen. Es war sehr spannend zu sehen, was alles im Meer lebt. Im anschließenden theoretischen Unterricht erhielten wir noch weitere Informationen zur Meeresbiologie. Seeigel, Tintenfisch und Seegurke konnten wir hautnah betrachten und anfassen. Der vorletzte Tag stand zur freien Verfügung. Manche haben den ganzen Tag am Strand verbracht, andere haben noch mal die Stadt Sorrent erkundet und Einkäufe getätigt. Am Abreisetag wurden wir um 8.00 Uhr morgens vom Bus abgeholt und traten die Heimfahrt an. Ich kann nur sagen, dass die Studienfahrt nach Neapel ein voller Erfolg war. Wir haben viele schöne Seiten Italiens besichtigt, interessante Sachen gelernt und großen Spaß gehabt.

 

( Lena Watermann, S3)