Dez 312011
 

Zwei Jungen, Alex und Thias, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, retten gemeinsam einen Bullterrier aus der Elbe. Als sie entdecken, woher der Hund seine ganzen Verletzungen hat, begeben sie sich auf ein Abenteuer im Hamburger Hafen – und dabei entspinnt sich nebenbei auch eine leise Liebesgeschichte zu einem Mädchen.
Den Jugendroman ‚Der aus den Docks’ von Mario Giordano haben in diesem Schulhalbjahr alle 7. Klassen des Goethe-Gymnasiums im Deutschunterricht gelesen. Was läge da näher, als die Schauplätze des Romans zu erkunden?

Am 31.10.2011 begab sich also die 7c mit ihren Klassenlehrern Frau Adrian und Herrn Junge auf ihre Erkundungstour durch Eppendorf und Sankt Pauli, die Wohnorte der beiden Hauptfiguren. Geplant hatte diese Tour ein Planungsteam. An jeder unserer Haltpunkte stellten die Schülerinnen und Schüler sich gegenseitig vor, was an diesem Ort im Buch geschieht, sodass sich vor unserem geistigen Auge der ganze Handlungsverlauf noch einmal abspielte. Jetzt wurde auch der große Unterschied zwischen den beiden Jungs so richtig deutlich – klar zu erkennen an den unterschiedlichen Stadtteilen, in denen sie wohnen.

Unsere Tour führte uns von der Elbgaustraße zum Gymnasium Eppendorf  und zur Isestraße – der Straße, in der Alex mit seinem Bruder Kai wohnt. Vor dem Haus stolperten wir förmlich über die Stolpersteine, die in dem Stadtteil an jeder Ecke anzutreffen sind: Sie erinnern an die Menschen, die in der Zeit des Nationalsozialismus aus ihren Wohnungen abgeholt und deportiert wurden. Und wenn das auch nicht zu unserem Thema passte, nahmen wir uns Zeit und nutzten die Gelegenheit, diese Stolpersteine in Ruhe zu lesen und auf uns wirken zu lassen. Unser Weg führte uns nun weiter in ein völlig anderes Viertel: nach Sankt Pauli. In der Speicherstadt bekamen wir einen Eindruck von dem Ort, wo die ‚schrägen Geschäfte’ innerhalb des Romans abgewickelt werden. Da lag doch tatsächlich die Barkasse »Lütte Deern« vor Anker, von der im Buch erzählt wird! Auch die Straße, in der Thias wohnt, den Kuhberg, erkundeten wir. Das Planungsteam hatte nun den perfekten Rastplatz für unsere Mittagspause herausgesucht: Hoch über den Landungsbrücken mit Blick auf die Kräne saßen wir vor der Jugendherberge und ließen die Hafenatmosphäre auf uns wirken. Nun lag noch eine letzte Station vor uns: Durch den Alten Elbtunnel gelangten wir ans andere Elbufer – der Ort, an dem die Jungs in dem Buch eine schreckliche Entdeckung machen. Ein schöner und interessanter Ausflug, bei dem sich wieder zeigte, wie gut es ist, die Augen offen zu halten, wenn man durch die Stadt geht!